Donnerstag, Oktober 13, 2005

Nun hab ich endlich den ersten Roman geschafft. Zwar "nur" ein Gemeinschaftswerk ;-), aber immerhin:

"Das Feuerpferd" - Fantasy-Roman von Sabine Abel, Monique Lhoir, Annemarie Nikolaus
ISBN 3-935982-50-X. Er erscheint im November 2005 im Web-Site-Verlag
Vorbestellungen unter:
http://web-site-verlag.de/index.php?func=books?=show&id=49

Im Mittelpunkt steht ein weißes Fohlen, das die Macht des Feuers besitit. Die Macht des Feuers, das die Zauberfürstin des Schattenreichs zurückholen muss, um die Insel Seoria vor dem Untergang zu bewahren.

***
Ein zweites Fantasy-Romanprojekt hat als Kurzfassung Eingang in eine Anthologie gefunden:

"Die Piratin" - In:"Renntag in Kruschar" - Geschichten von der Dracheninsel. Anthologie.
ISBN 3-935982-61-5. Erscheint im November 2005 im Web-Site-Verlag
Vorbestellungen unter http://www.web-site-verlag.de/index.php?func=books?=show&id=62

Die Piratin bringt im Auftrag eines Adligen eine Pferdeherde nach Kruschar, wo sie in einem Rennen gegen die einheimischen Drachen antreten sollen.

Annemarie

Sonntag, Dezember 29, 2002


Literatenohr - ein zweiter Literaturverein

Seit etwa Mitte 2002 bin ich auch Mitglied bei den Literatenohren. Mein Aufnahmeantrag von Mai 2002 wurde zwar nicht beantwortet, aber Anfang Oktober 2002 wurden von meinem Konto die 50 Euro Jahresbeitrag abgehoben. Als ich mich dann beim Vorstand (Katharina Rist) telefonisch nach dieser Vorgehensweise erkundigte, wurde mir mit echtem Bedauern mitgeteilt, dass es wohl versäumt worden war, mir die Mitgliedschaft zu bestätigen - aber ich sei vollwertiges Mitglied und der Mitgliedsbeitrag gelte für 12 Monate, unabhängig, wann man eingetreten sei. Außerdem sei im letzten Halbjahr 2002 so viel schief gelaufen und organisatorisch nicht geregelt worden, wofür man sich entschuldigte.

Nun gut, dann bin ich jetzt also auch einer dieser Literatenohren, das nördlichste Ohr Deutschlands (und der Welt?).

Was bedeutet Literatenohr?

Der Name steht für die Verbindung von innen und außen. Das Ohr bildet die Schnittstelle zwischen dem Einzelnen und seiner Umwelt. Das, was von außen kommt, kann gehört, verstanden und interpretiert werden. Der Literat hingegen steht für eine Umsetzung des Wahrgenommenen, einen Schreibprozeß, der Innen- und Außenwelt miteinander in Beziehung setzt.

Welche Ziele hat Literatenohr e.V.?

Die Sprache ist das wichtigste Instrument des Menschen. Deshalb muß der Umgang mit diesem Instrument sorgfältig gelernt und gefördert werden. Karitativer Zweck und übergeordnetes Ziel des gemeinnützigen Vereins ist in diesem Sinne die Pflege der Sprache und die Erweiterung des Sprachvermögens auf verschiedensten Ebenen. Dies soll in kommunikativer, sozialer, literarischer, anthropologisch-medizinischer und philosophischer Fortbildung geschehen

42erAutoren - ein Literaturverein besonderer Art

Seit dem 3. März 2002 bin ich in den Verein der 42erAutoren aufgenommen worden. Es war dies mein zweiter Aufnahmeantrag. Der erste, vom 4. Mai 2001, wurde am 29. Juni 2001 abgelehnt, weil meine Texte (es war "nur" Lyrik) nicht aussagekräftig genug war. Nun habe ich am 5. Februar 2002 nachgelegt mit Prosatexten (u.a. Im Cafe, Thog Chag, Herbstspiel). Tom Liehr, Vorsitzender des 42erAutoren-Vereins, schrieb mir dann am3. März 2002 per EMail: "Im Namen des Vorstandes und des Aufnahmeausschusses des "42erAutoren - Verein zur Förderung der Literatur e.V." freue ich mich, Dir mitteilen zu können, daß Deinem Aufnahmeantrag stattgegeben wurde. Mit sofortiger Wirkung bist Du Mitglied des Vereins und eingeschriebener Teilnehmer der Mailinglisten "42erVerein" und "42erHinterzimmer". ..."

Am 2. September hat der Vorstand dann beschlossen, mich in den "Stand" der verantwortlichen Mitgliedschaft (va) zu "erheben".

Mittwoch, Dezember 25, 2002


Wie war's Weihnachten 2002?

Bei uns gab es am Nachmittag zuerst im Familienkreis (Kinder, Eltern, Großeltern, Kater :-) ein Kaffeetrinken mit Eistorte. Anschließend war Kirchgang angesagt, traditionell. Da es hier schon seit 12 Uhr Mittag eisig vom Himmel strömte, waren die Strassen natürlich spiegelglatt und die Kirche in Hennstedt (ein sehr schöner mittelalterlicher Bau) unerwarteter Weise nur halb gefüllt. Entgegen sonstigen Gepflogenheiten dauerte die Messe auch keine Stunde und war - trotz toller Predigt des Pastoren - schon nach knapp 45 Minuten zu Ende.

Zum Abendessen (vor der Bescherung!) gab es Rostbeef (als Braten) und Schweinebraten, beides sehr zart und auf der Zunge sich in Wohlgenuß auflösend, dazu Rotkohl, Rosenkohl (mein Leibgericht, hm... :-) und Kroketten. Zum Abschluß dieses üppigen Mahles, das meine Darmwände an den Rand der maximalen physischen Ausdehnungsgrenze trieb, wurde Eis mit heißen Erdbeeren gereicht.

Dann war Bescherung. Zuerst wurden die Geschenke verteilt, dann musste der jüngste Beschenkte mit dem Auspacken anfangen. Ich bekam u.a. ein Buch von Walt Becker 'Missing Link', ein paläontologischer Actionthriller, den ich jetzt (12:38 Uhr am ersten Weihnachtstag) bereits zu einem Drittel verschlungen habe . Archaölogie hat mich schon von je her interessiert, neben Religionsgeschichte und den Mythen und der Geschichte der Hochkulturen.

Heute morgen regnete es noch immer Eis vom Himmel. Die gesamte Landschaft ist wie glaciert. Unser Auto ist von einer durchsichtigen dicken Kruste überzogen, die Garage ließ sich nicht öffnen und unser Kater, als er für seine Morgentoilette die ersten Schritte vor die Tür setzen wollte, glitt mit allen vier Pfoten diametral auseinander und sah etwas unglücklich aus. Dabei ist er doch das einzige Lebewesen in unserem Haushalt, das über angeborene Spikes an der Fortbewegungsgliedmaßen verfügt. So hat er sich entschlossen, diesen Vormittag erst einmal schlafend im Liegesessel zu verbringen.

Morgen sind wir zum Pute-Essen bei meinen Eltern eingeladen. Meine Magenwände werden den extremen Belastungstest noch etwas länger aushalten müssen. Wenn ich am 2. Januar wieder ins Büro muß, beginnt der Stress des neuen Jahres und damit der Abschied von regelmäßigen Mahlzeiten :-)

Montag, Dezember 16, 2002


Lesung am 14.12.2002 In Meldorf

Am Samstag, den 14.12.2002 war ich von der Dithmarscher Bezirksgruppe des Blinden- und Sehbehindertenvereins Schleswig-Holstein zu einer Vorweihnachtsfeier in das Hotel "Zur Linde" am Domplatz eingeladen worden. Die Veranstaltung ging zwar schon um 14 Uhr los, aber ich hatte mit dem Gruppenleiter Wilfried Hartmann vereinbart, dass ich erst gegen 15:30 Uhr einzutreffen brauchte, weil vorher noch Ansprachen (u.a. die stellvertretende Landrätin und der erst am Sonntag neu in sein Amt einzuführende Propst von Süderdithmarschen) und der Auftritt eines Kirchenchores stattfinden sollten. Als ich gegen 15 Uhr dort eintraf, ging ein Raunen durch den Saal - weil Conny Ockenga (mein sehbehinderter Telekom-Kollege, dem ich diese Einladung verdankte) und Herr Hartmann wohl nicht mehr mit meinem Eintreffen gerechnet hatten. Denn der Kirchenchor hatte am Vorabend plötzlich abgesagt und so entstand eine ziemlich lange Verschnaufpause. Nun denn - nach dem Kaffeetrinken gab ich mein erstes Stück zum Besten - "Angelo Protector", meine Schutzengel-Geschichte. Dann verteilten Herr Hartmann und seine Frau Geschenke an die Mitglieder des Vereins. Anschließend las ich meinen neuen Text "Frohe Weihnachten", bei dem es um traditionellen roten Baumschmuck und die eventuelle lilafarbene Alternative ging. Beide Texte reizten zu Lachern und kamen gut an. Ich verabschiedete mich danach, unter Dank von Hern Hartmann, der mich im nächsten Jahr (vielleicht mit anderen Geschichten) gerne wieder mal dabei haben würde.

Dennoch muss ich sagen, dass es nicht inbedingt meinem Naturell entspricht, meine Texte, seien es jetzt lyrische oder prosaische, auf Weihnachtsfeiern oder ähnlichen Gruppen veranstaltungen vorzutragen. Die Erwartungshaltung solch eines Klientels ist eindeutig locker-lustig und auf eingängiger Basis angesiedelt. Meine Texte sind da durch die Bank weg eigentlich etwas anders.


Lesung der 42erAutoren e.V. in Unna am 08.12.2002

Vom Freitag, den 07.12 bis zum Sonntag, den 08.12.2002, waren meine Frau Inge und ich zu einem RealLife-Treffen der 42erAutoren (und zwar des Vereins) in Unna. Am Sonntagabend, kurz vor Mitternacht, sind Inge und ich wieder wohlbehalten in Linden gelandet. Knapp dreieinhalb Stunden Fahrt von Unna bis an die Westküste - kein Stau, kein Chaos vor dem Elbtunnel, alles easy :-) Nur hinter Hamburg, auf der A23 Richtung Heide, hatte ich mich über Spuren auf der Fahrbahn gewundert, die im Scheinwerferlicht glitzerten. Bis ich dann auf der Gegenfahrbahn so etwas gelblich Blinkendes sah, das ich als Streuwagen identifizierte - sicherheitshalber - um dann von Tempo 160 auf 130-120 zu reduzieren. Spart auch Sprit und man ist schließlich voll ökologisch eingestellt, zumal die Grünen am Wochenende ja auch die Beständigkeit ihrer Vorsätze dokumentiert hatten.

Alles in allem fand ich Unna sehr schön - nicht als Stadt und Tagungsort (obwohl die Mühle des Literaturbüro Unna ein gewisses Flair hat :-), sondern der Leute wegen, die ich dort getroffen habe (Vereins- und Vorstandsmitglieder der 42erAutoren e.V.). Inge hat es weniger gebracht, weil ich sie doch über längere Strecken allein lassen musste (dafür hatte sie die Chance, sich den Dortmunder Weihnachtsmarkt anzusehen, der ja nicht nur nice to have sondern echt genial gewesen sein soll. Der Unnaer weihnachtsmarkt - nun ja, ähnlich wie das Literaturbüro ... kaum wahrzunehmen :-).

Einige Leute, die ich in Unna im Reallife getroffen habe, entsprachen dem, was ich mir vorgestellt hatte - von anderen hatte ich ein völlig anderes Bild. Aber ich muss sagen, dass mir niemand unsympathisch war/ist - im Gegenteil. Von daher tat es mir etwas leid, dass ich zwischen den Vereinis und meiner Frau die Zeiteinteilung vornehmen musste. Es hat für beide nicht gereicht, aber davon lernt man, in Zukunft sich auf eines zu konzentrieren und den anderen Teil nicht mit Interessenschieflage zu frustrieren.

Dreieinhalb Stunden auf einer Mitgliederversammlung von Kaffee und Rauch zu leben ist schon eine Herausforderung. Immerhin schaffte es der Alexandros (der Grieche, zu dem wir uns um 20:30 Uhr hin verpieselten ,-), uns kurz vor Mitternacht (nach eingehender zweistündiger Beratung im Familienclan) noch die Speisekarte zu servieren. Allen war die nette Kellner in dem kurzen Shirt aufgefallen, wie ich am nächsten Morgen beim Frühstück hörte - am 23.12. habe ich einen Termin beim Augenarzt. Immerhin waren Kaelo und Tom und ??? die letzten in der Pinte, die um 5:30 Uhr den Kellner wecken mussten, damit sie die Zeche bezahlen konnten. Am nächsten Tag am Frühstückstisch legte Kaelo eine bewundernswert frische Haltung an den Tag, so als ob er gerade eine ausgiebige Nachtruhe hinter sich hätte. Als Tom dann kurz vor Mittag auch zum Frühstück erschien wußte ich, was ich an Berlinern so faszinierend finde - sie finden auch mit geschlossenen Augen immer noch zur Futterkrippe.

Die Lesung selbst war trotz des überwältigenden Besucheransturms Spitze! Der Raum war sichtlich gefüllt, wir brauchten die knappen Eintrittskartenreserven nicht anzubrechen und die braunen Kekse von Pearl haben auch aufkommenden Hunger unterdrückt. Ich hatte nur Angst, dass Iris allein am Büchertisch dem Ansturm nicht hätte standhalten kann. Aber Frauen sind robuster als sie sich geben, ausdauernder als Männer jedenfalls, was jede bigeschlechtliche Diskussion bezeugen wird. Beate hat wunderbar moderiert. Dass ich für meinen Klogang Applaus bekam, war echt toll Ich hätte an der Stelle vielleicht aus Andreas Kloverlags-Perlen rezitieren
sollen. Aber nun hatte ich den interessantesten Teil gerade der Unnaer Kanalverwaltung treuhänderisch zugespült. Das nächste Mal vielleicht. Man hätte den zwei Gästen vielleicht den Eintritt erlassen können, als literarische Geste an die Unnaer Belesenheit. Am Rande bemerkt: Es war am Samstagabend ein Gast vor der Mühle, der zur Lesung wollte. Das Unnaer Heimatblättchen hatte unseren Anzeigenstopper nicht nur aufmerksam zwischen die Todes- und Familienanzeigen auf die vorletzte Seite gequetscht, es hatte auch den Samstag als Lesungstermin angegeben. Es würde mich interessieren, wie die anderen kulturellen Veranstaltungen in Unna so besucht sind.

Dafür durfte ich für den Pressevertreter, der auch "nur" ein Fotograf war (ein Reporter sollte folgen, hat sich dann in Unna auf dem City-Ring aber wahrscheinlich verfahren), den "lesender Autor mit Buch vor Publikum" spielen. Eine viertel Stunde dauerte die Inszenierung, bevor das erste Foto geschossen werden konnte. Vorher wurden die Gäste hin und her gerückt, dann musste ich mein Buch quasi direkt vor die Kameralinse halten und mein Gesicht ins Profil drehen. So kann man zwar unmöglich lesen, aber es ergibt eine tolle Live-Aufnahme einer Lesung mit Autor, Buch und Publikum.

Beeindruckend waren auch die Texte. Wie ich Wolf-P. schon dorten sagte - beim Kino hoffe ich immer auf einen langen Abspann, damit die Augenwinkel wieder trocknen und niemand die Handwischung linker und rechter Seite bemerkt. Es waren teils sehr nachdenkliche Geschichten, von daher war das Desinteresse des Literaturbüros (weshalb eigentlich dieser Name? Schlüsseldienst hätte auch gereicht) frustrierend. Auch hier hätte sich an diesem Abend ein noch hinauszögerlichender Ausklang angeboten (zur Manöverkritik, zum Quatschen und Leeren des Weinvorrates :-) - aber Inge & ich mussten auf die Ruhrgebietsfluchtroute und Tom zum Zug (toll, dass in Unna der Bahnhof knapp vor den Geleisen ausgeschildert wird, man wüßte sonst nicht, worüber man justamente gestolpert ist).

Der Wirt vom Haus Brüggemann hat mich von seiner westfälisch-humorigen Art sehr an Hans Scheibner erinnert. Falls - falls - wir mal wieder in Unna zu einer Lesung sein sollten, würde ich dort sehr gerne wieder übernachten. Trotz der dünnen Zimmerwände war es sehr familiär und vom Service her klasse!

Vielleicht sollte man solche R(eal)L(ife)-Treffen öfter machen, nicht nur einmal im Jahr zur Mitgliederversammlung. Und warum nicht bei Ulrike in Neuenkirchen (das es auch bei uns in etwa 15 km Entfernung gibt :-)? Dann "mylopen" wir ein bißchen und trällern über dütt un datt und'n bisken Äffizienz kommt auch noch dabei rum.

Samstag, November 16, 2002


Plädoyer für die 80er

........... für alle angehenden 30jährigen, mitte Dreißiger und jung gebliebenen...

[aus einer unbekannten Quelle]

Offen gestanden kotzt es mich an: dieses dumme Gerede der derzeitigen "Generation Z", die 80er Jahre wären langweilig gewesen. Totaler Bockmist!

Hört genau zu, Ihr zungengepiercten Techno-hoppler mit Tattoos auf der linken Arschbacke: Ihr wart nicht dabei! Wir Dreißiger haben sie live erlebt: die Geburt des Synthesizers und den wahren Soundtrack der 80er, der von Bands wie Depeche Mode, Cure und Yazoo geschrieben wurde.

Wir haben noch mit Midischleifen und Oszillographen gekämpft! Wir haben Euer "Tekkno" erfunden, bei uns nannte sich das aber noch "Wave" und war tatsächlich Musik. (Übrigens verwursten Eure DJ's die Dinger noch heute zu einer Art musikalischer Canneloni mit schwülstiger Computerbass-Sauce).

Wir mussten noch keine Angst haben, daß uns Tina Turner mit dem klassischen Seniorenoberschenkelhalsbruch von der Bühne purzelt und wir haben Madonna noch mit festen Brüsten und ohne Baby-Pause gekannt, Ihr Nasen!

Wir verbinden "Kraftwerk" noch nicht mit der Solarenergie und wir hatten noch Angst, dass Joschka Fischer von Holger Börner mit der Dachlatte verprügelt wird. Wir erinnern uns noch an
Terroristenfahndungsplakate, auf denen hin und wieder ein Gesicht liebevoll mit Kuli von einem Staatsbediensteten durchgestrichen wurde.....

Die Bundeswehr machte noch Spaß, wir kannten ja noch die Richtung, aus der der Feind kam...

Zu unserer Zeit fielen Break-Dancer auf den Fußgängerzonen noch hin und wieder richtig auf die Fresse und Peter Maffay wurde beim Stones-Konzert noch ordentlich von der Bühne gepfiffen.

Wir hatten noch die Qual der Wahl zwischen Pop, Rock, Metal und Italo-Disco und mussten nicht den wöchentlich ändernden Cross-over Trends nachjapsen.

Wir hatten noch Plattenspieler (auf 33" und 45") und richtig geile Plattencover, auf denen man die Namen der MUSIKER (und nicht der Programmierer) ohne Lupe erkennen konnte und die tatsächlich Kunst waren - keine tempotaschentuchgroßen, einfarbigen Booklets auf denen gerade noch "nice price" lesbar ist.

Für uns war eine LP etwas Heiliges, das gepflegt und geliebt werden musste - und keine CD-Plastik-Wegwerfware, die so robust ist, daß man sie durchaus auch als Bierglasuntersetzer verwenden kann. Bei uns erkannte jeder sein Eigentum noch an den individuellen Kratzern.

Wir haben kein Big-Brother geschaut sondern "Formel 1", wo es zwei ganze fette Stunden wirklich guten Motorsound zu hören gab, die den Sonntag untermalten, wir hatten kein MTV mit degenerierten CD-Werbespots und eingebildeten VJ-Flaschen nötig.

Wir haben uns "Magnum" reingezogen, haben uns die Sakkoärmel hinauf geschoben und ließen uns die Haare seitlich ins Gesicht fallen – ohne diese beknackten, umgedrehten Baseballmützen oder Wollhauben.

In unseren Hosen konnte man noch sehen, ob einer einen Hintern hatte, heute hängt der Arsch ja bei jedem von Euch in der Kniekehle der ach so tollen Addidas-Jogginghose. Die Weiber hatten dicke Möpse und schmale Hüften und nicht andersrum. Und Bauchfrei machte nur, wer es
sich leisten konnte.

Man konnte erkennen ob jemand "männlich" oder "weiblich" war. Heute verschlabbert alles unter kunstvoll vergammelter Bekleidung.

Bei uns haben sich keine Neonazis mit Türken geschlagen, sondern Punks mit Mods, Mods mit Poppern, Popper mit Rockern und alle gemeinsam gegen die Polizei....

Bei uns gab es noch Mofas, Kraftis und 80er bei denen durchgängig die Betriebserlaubnis erloschen war, denn das Wort "frisieren" hatte damals noch seine eigentliche Bedeutung, was ihr kahlgeschorenen Pfeifen nie verstehen werdet. Und wer einen Führerschein hatte, fuhr als erstes Käfer oder einen alten Bmw, bei dem Dellen von Individualismus zeugten, ihr Opel-Corsa-Popel.

Und weil ihr gerade im Leistungskurs für Informatik sitzt: die AC/DC Einritzungen auf den Tischen sind von UNS - und es geschieht Euch nur recht, wenn ihr glaubt, dass die Dinger aus dem Physiksaal kommen, wo irgendein findiger Schüler seinerzeit die Abkürzung für "Starkstrom/Schwachstrom" in die Bank gemeißelt hat!

Also erzählt uns nichts über die 80er!!

Ach ja, hiermit entschuldige ich mich, im Namen meiner Altersgenossen für Modern Talking.

Das haben wir wirklich nicht gewollt......